Ablauf · Werkstatt und Postversand
So läuft eine Porzellanreparatur ab
Ob geliebtes Alltagsgeschirr, antikes Familienerbstück oder wertvolles Markenporzellan: Sie bringen das Stück vorbei oder schicken es uns – wir begutachten, schätzen ein und melden uns. Ein europaweiter Reparaturservice, seit Jahrzehnten.

Der Ablauf
Abgabe oder Versand
Bringen Sie Ihr Stück in die Altstädter Straße 11 – oder schicken Sie es sicher verpackt per Paket an die Werkstatt.
Begutachtung & Kostenvoranschlag
Wir begutachten den Schaden und besprechen mit Ihnen Art und Umfang der Reparatur. Bei Einsendung erhalten Sie einen verbindlichen, schriftlichen Kostenvoranschlag.
Ihr Auftrag
Wir arbeiten mit Vorkasse: bei Abgabe in der Werkstatt direkt, bei Kostenvoranschlag per Post oder E-Mail durch Überweisung von 50 % der Kosten.
Abholung oder Rückversand
Sobald die Arbeit abgeschlossen ist, rufen wir Sie an. Postsendungen schicken wir Ihnen bequem nach Hause zurück.
Reparatur per Post: sicherer Versand
Versandadresse: Die Porzellanwerkstatt · Altstädter Straße 11 · D-20095 Hamburg
- Zusendung: Schicken Sie Ihr Paket an unsere Werkstatt in Hamburg. Wichtig: Bei Postversand haftet grundsätzlich das Versandunternehmen für Transportschäden – bitte bewahren Sie die komplette Verpackung für etwaige Schadensanträge auf.
- Verbindlicher Kostenvoranschlag: Nach Erhalt Ihrer Teile erstellen wir grundsätzlich einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Durch Ihre Überweisung erkennen Sie die veranschlagten Kosten an. Sollte die Reparatur nicht ohne wesentliche Überschreitung des Kostenvoranschlags durchführbar sein, holen wir vorab Ihr Einverständnis ein.
- Sicherer Rückversand: Die fertigen Reparaturen senden wir Ihnen bequem nach Hause. Falls kein Auftrag erteilt wird, erfolgt der Rückversand unreparierter Teile gegen Vorauszahlung der Verpackungs- und Versandkosten.
- Pflege nach der Reparatur: Restaurierte Stücke sind aufgrund der verwendeten Spezialmaterialien nicht spülmaschinenfest und bleiben etwas empfindlicher im Gebrauch – siehe Pflegetipps.
So verpacken Sie Porzellan postgerecht
- Das Zwei-Karton-System: Nutzen Sie immer einen Innen- und einen stabilen Außenkarton.
- Einzelpolsterung: Wickeln Sie beschädigte Teile und größere Scherben einzeln in Polstermaterial ein, bevor sie in den Innenkarton kommen.
- Die 5-cm-Pufferzone: Platzieren Sie den Innenkarton mittig im Außenkarton und füllen Sie den Zwischenraum rundherum mit mindestens 5 cm Polstermaterial aus.
- Versicherter Versand: Versenden Sie Ihr Paket idealerweise als versichertes DHL-Paket (automatisch versichert bis 500 €). Bewahren Sie die Verpackung für etwaige Schadensanträge unbedingt auf.
Häufige Fragen zur Reparatur
Erste Hilfe bei Scherben: Was ist zu tun, wenn Porzellan oder Keramik zerbricht?
Wenn ein geschätztes Stück zerbricht, ist der Schock oft groß. Mit dem richtigen Vorgehen lässt sich beim späteren Restaurieren jedoch das beste Ergebnis erzielen. So sichern Sie die Fragmente optimal:
- Sorgfältig absuchen: Sammeln Sie absolut alle Teile ein – auch die kleinsten Splitter.
- Der Licht-Trick: Dunkeln Sie den Raum leicht ab und leuchten Sie mit einer Taschenlampe flach über den Boden. Durch den Schattenwurf werden selbst winzige Porzellansplitter sofort sichtbar. Fegen Sie den Bereich danach gründlich.
- Nichts voreilig wegwerfen: Auch wenn Fragmente wie Sand wirken – überlassen Sie uns in der Werkstatt die Entscheidung, welche Kleinstteile wir für die Rekonstruktion noch nutzen können.
- Reibung verhindern: Die scharfen Bruchkanten beschädigen sich leicht gegenseitig. Wickeln Sie größere Stücke daher einzeln in weiches Papier oder Küchentücher ein. Kleinteile sammeln Sie am besten separat in einem kleinen Beutel.
- Sicher transportieren: Schichten Sie die verpackten Teile so in einen Karton, dass nichts umherschiebt (Schweres nach unten, Leichtes nach oben), bevor Sie das Stück zu uns bringen oder gut gepolstert versenden.
Lässt sich Porzellan oder eine Skulptur auch dann reparieren, wenn Teile komplett fehlen?
Ja, das ist ein klassischer Bereich der Porzellanrestaurierung. Fehlende Stücke, Löcher oder abgeplatzte Ränder sind kein Grund, das Objekt aufzugeben. In unserer Werkstatt nutzen wir dafür spezielle Rekonstruktionstechniken:
- Präzises Nachmodellieren: Fehlende Bereiche (wie ein abgebrochenes Stück vom Vasenrand oder eine weggesprungene Ecke) werden von Hand originalgetreu nachgeformt und stofflich ergänzt.
- Formguss für Duplikate: Fehlt beispielsweise ein kompletter Tassenhenkel, können wir die Form von einem intakten Vergleichsstück abnehmen und das Element passgenau nachgießen.
- Die optische Anpassung: Nach der mechanischen Reparatur wird die Stelle farblich retuschiert und so versiegelt, dass sich die Ergänzung nahtlos in das Gesamtbild einfügt.
Warum lohnt es sich, zerbrochenes Porzellan reparieren zu lassen, statt es neu zu kaufen?
Die Entscheidung für eine professionelle Restaurierung hat selten rein materielle Gründe. In unserer Werkstatt erleben wir täglich, dass Kunden ihre beschädigten Lieblingsstücke aus ganz unterschiedlichen Motivationen zu uns bringen:
- Der unersetzbare ideelle Wert: Oft hängen an einem Teller, einer Vase oder einer Porzellanfigur tiefe persönliche Erinnerungen – Erbstücke von den Großeltern, Geschenke zu besonderen Lebensereignissen. Solche Werte lassen sich durch keinen Neukauf ersetzen.
- Erhalt von Unikaten und Sammlerstücken: Viele Objekte – ob antik oder modern – sind schlichtweg nicht mehr im Handel erhältlich. Eine fachgerechte Reparatur sorgt dafür, dass das Original erhalten bleibt und Sammlerstücke ihren Wert nicht verlieren.
- Nachhaltigkeit und Wertschätzung: Handgemachte Keramik und feines Porzellan sind das Ergebnis echter Handwerkskunst. Viele Menschen entscheiden sich heute bewusst gegen die Wegwerfmentalität und lassen liebgewonnene Alltagsgegenstände lieber hochwertig instand setzen.
- Unfälle: Viele unserer Kunden haben gerade einen Umzug hinter sich, bei dem mit Objekten unsanft umgegangen wurde. Viele Versicherungen kommen für derartige Schäden auf.
Kann ich eine Reparatur später auf eine höhere Qualitätsstufe upgraden?
Ja, ein nachträgliches Upgrade von „nur Zusammenbrennen“ oder „Zusammenbrennen und Restaurieren“ auf die höchste Stufe ist in der Regel jederzeit möglich. Ein Punkt ist dabei – gerade bei Essgeschirr – wichtig: Der Vorteil von „nur Zusammenbrennen“ ist, dass das Objekt wieder zu 100 % Keramik oder Porzellan wird und somit in den Geschirrspüler und ohne Probleme in den Außenbereich oder die Sonne kann. Restaurierte Stellen sind generell empfindlicher, da wir hier mit Ersatzmaterial arbeiten, um Löcher und Risse zu füllen.
Wie lange dauert die Restaurierung, und warum variiert die Bearbeitungszeit?
Eine professionelle und hochwertige Restaurierung nimmt in der Regel einige Wochen bis hin zu wenigen Monaten in Anspruch. Dass handwerkliche Präzisionsarbeit Zeit braucht, hat im Wesentlichen drei Gründe:
- Trocknungs- und Aushärtezeiten: Eine Restaurierung erfolgt in mehreren, aufeinander aufbauenden Phasen. Werkstoffe, Spachtelmassen und die abschließenden Malschichten müssen vollkommen durchhärten. Wird dieser Prozess beschleunigt, riskieren wir instabile Nähte, spätere Farbveränderungen oder sichtbare Risse.
- Komplexität des Schadens: Jedes zerbrochene Stück verhält sich anders. Der Zeitaufwand hängt davon ab, wie viele Fragmente zusammengesetzt werden müssen, wie die Bruchkanten beschaffen sind und ob alte, fehlerhafte Reparaturreste entfernt werden müssen.
- Auftragslage in der Werkstatt: Um jedem Objekt die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, arbeiten wir Aufträge in der Reihenfolge ihres Eingangs ab.
Unser Grundsatz: Qualität geht immer vor Schnelligkeit.
Wie oft wird gebrannt? Wie lange dauert es, wenn ich mein Objekt „nur“ zum Zusammenbrennen abgebe?
Unsere Werkstatt verfügt über einen großen Ofen, den wir aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen so effizient wie möglich nutzen. Das bedeutet, dass wir erst brennen, wenn genug Objekte zusammengekommen sind, um den Ofen zu füllen. Normalerweise liegt die Taktung bei einem bis eineinhalb Monaten.
Sieht man die Reparatur?
Ja und nein. Ob eine Reparatur sichtbar ist, hängt stark vom gewählten Verfahren ab und davon, wie Sie das Objekt benutzen möchten. Essgeschirr, das danach in den Geschirrspüler soll, brennen wir bei hohen Temperaturen zusammen. Das Objekt ist danach wieder äußerst stabil – allerdings bleiben Haarrisse sichtbar. Wünschen Sie eine unsichtbare Reparatur, verwenden wir Spachtelmassen, um die Risse abzudecken. Diese sind allerdings nicht lebensmittelecht.
Kann ich einen Kostenvoranschlag auf Basis eines Fotos erhalten?
Eine erste Einschätzung nach Foto ist kostenlos und unverbindlich. Verbindlich ist sie erst, wenn wir die Teile provisorisch zusammengesetzt haben: Nur dann sehen wir, ob eine Scherbe fehlt, ob Ausplatzungen vorhanden sind und ob das Stück zu bemalen ist.
Kann man Meissen reparieren?
Ja. Wir haben eine lange Tradition in der Reparatur und Restaurierung wertvoller Porzellane, insbesondere Meissen.
Kann ich Glas reparieren lassen?
Ja, wir fügen Glas mit speziellem Glaskleber zusammen und haben Schneidemaschinen, um z. B. Bruchkanten zu glätten.
Reparieren Sie auch Metall?
Nein. Für Arbeiten an Metall empfehlen wir in Hamburg die Altonaer Silberwerkstatt und Antik-Metall.
Wo kann ich Porzellan nachträglich bemalen lassen, z. B. für Geschenke?
Die Porzellanwerkstatt bietet diesen Service an. Dafür braucht es spezielle Überglasurfarben, die eingebrannt werden. Sprechen Sie uns an – im Ladengeschäft in der Altstädter Straße 11 oder telefonisch unter +49 40 342442.
Kann man in der Porzellanwerkstatt auch töpfern lernen?
Ja. Einmal im Monat töpfern wir im Kiss-me-Cup Workshop gemeinsam einen Becher und lernen dabei die Methode des Handbuildings und das Arbeiten mit Engoben kennen.
Porzellanmarken bestimmen
Wie kann ich die Bodenmarke auf meinem Porzellan bestimmen?
Die Bestimmung von Porzellan- und Keramikmarken erfordert oft etwas Detektivarbeit. Um Herkunft, Alter und Manufaktur zu identifizieren, helfen:
- Unsere Übersicht der wichtigsten Marken in der nächsten Frage.
- Online-Datenbanken wie antique-marks.com mit umfangreichen Bildkatalogen zum Abgleichen von Stempeln und Signaturen.
- Fachliteratur: Falls Sie nicht weiterkommen, können Sie in unserer Werkstatt auf unsere Fachbücher zugreifen.
Welche Erkennungsmerkmale haben die wichtigsten Porzellanmarken?
Deutschland
- Meissen: Weltberühmt für die gekreuzten Schwerter, oft in Kobaltblau unter der Glasur.
- KPM Berlin: Die Königliche Porzellan-Manufaktur nutzt ein Zepter (oft kobaltblau) und teilweise den Schriftzug „K.P.M.“ unter einer Krone.
- Fürstenberg: Typisch ist das geschwungene, blaue „F“.
- Nymphenburg: Bekannt für das bayerische Rautenschild.
- Rosenthal: Meist das eingeprägte oder grün aufgedruckte Wort „Rosenthal“, gekrönt von einer Krone und zwei gekreuzten Stäben – nicht zu verwechseln mit den Meissener Schwertern. Über die Stempel lässt sich Rosenthal gut zeitlich einordnen.
- Tettau: Fast alle Stempel zeigen eine Krone, häufig kombiniert mit dem Buchstaben „T“ oder dem Namen „Tettau“; auf älteren Stücken „Königlich priv. Tettau“ oder „Bavaria“. Bekannt für feine, hochweiße Qualität.
- Eschenbach: Klare, moderne Stempel mit dem Schriftzug „Eschenbach“, stilisierter Krone oder Wappen, meist mit „Bavaria“ oder „Germany“. Robustes Haushalts- und Hotelporzellan.
- Rauenstein (1783–1930): Frühe Stücke tragen ein großes gemaltes „R“ (blau oder rot), spätere zwei gekreuzte Fahnen mit den Buchstaben „R-n“. Begehrte historische Sammlerobjekte.
- Höchst: Das Mainzer Rad (sechs Speichen), meist kobaltblau unter der Glasur, im 18. Jahrhundert auch in Rot, Gold oder Purpur. Die Rokoko-Figuren von Johann Peter Melchior gehören zum Besten, was je aus Porzellan geschaffen wurde. Achtung: Die Originalformen wurden später von anderen Fabriken (Passau, Damm) weitergenutzt – oft inklusive Radmarke. Ob Original oder Nachguss, klärt der Blick in der Werkstatt.
Frankreich
- Limoges: Eine Region mit vielen Manufakturen, keine einzelne Fabrik – meist der Schriftzug „Limoges France“, kombiniert mit Initialen oder dem Symbol des jeweiligen Herstellers (z. B. Haviland).
England
- Spode: Meist schlicht der Name „Spode“, aufgestempelt oder eingeprägt, oft mit handgeschriebener Musternummer. Achtung bei englischem Porzellan: Hier wird oft Knochenmehl in die Masse gemengt – in unserem Brennverfahren verfärben sich englische Porzellane zum Teil.
Kostenvoranschlag anfragen
Beschreiben Sie kurz das Stück und den Schaden. Am besten mit zwei Fotos – Gesamtansicht und Bruchstelle.