Unsere Geschichte · seit 1900

Die Geschichte der Werkstatt

Jedes zerbrochene Stück Porzellan ist mehr als ein Gegenstand – es ist ein Erinnerungsträger, ein Familienerbstück, ein Teil der persönlichen Geschichte. Seit über 100 Jahren ist es unsere Aufgabe, diese Geschichten zu bewahren.

Historisches Schaufenster der Porzellan-Klinik mit dem Schild „100 % Garantie für Reparaturen“
Historisches Ladenschild „Porzellan-Klinik“ über dem Schaufenster in der Langen Reihe

Kapitel 1 · 1900–1948

Die Anfänge der Meister – vom Juwelier zur Klinik

1900 – Der Keimling in Altona. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit ein Muss war, beginnt in Altona (damals noch unabhängig von Hamburg) ein Juwelier, Porzellan zu nieten – eine einfache Reparaturmethode.

1920er – Neue Technologien. Die Herren Evers und Knierim übernehmen die Porzellanreparatur des Juweliers und taufen ihr Gewerbe zunächst „Porzellanbrennerei“ – ein Hinweis auf die damals verbesserte Technik des Brennens von Scherben.

1930er – Der Auftritt der Kanne. Das Unternehmen zieht in die Lange Reihe in St. Georg und bekommt den Namen, der unsere Philosophie bis heute prägt: „Porzellan-Klinik“. Dazu das legendäre Kannenmobil.

Das Kannenmobil der Porzellan-Klinik: ein Lieferwagen mit großer Kanne auf dem Dach, davor zwei Männer

Kapitel 2 · 1948–1983

Der Aufbau und der Doktor

1948 – Neuanfang aus Trümmern. Inmitten der Währungsreform übernimmt Erich Tünnecke die Klinik. Er startet im Souterrain mit einem Berg unreparierter Scherben, einem mit Kohle betriebenen Muffelofen und der Entschlossenheit, das Handwerk neu zu beleben. Er baut einen bundesweiten Postversandservice auf – damals revolutionär. Ob aus München, Berlin oder dem Ausland: Zerbrochene Porzellane fanden ihren Weg nach Hamburg.

1978 – TV-Star Porzellan-Doktor. Durch den legendären Auftritt von Erich Tünnecke in der TV-Show „Was bin ich?“ erlangte die Werkstatt deutschlandweite Bekanntheit. Wir wurden zum Synonym für höchste Porzellanrestaurierung und erhalten seitdem Schätze aus aller Welt.

Harald Schmalhaus in roter Schürze vor dem Laden der Porzellanwerkstatt

Kapitel 3 · 1998–2026

Das moderne Erbe

1998 – Familiensache. Harald Schmalhaus, Schwiegersohn von Erich Tünnecke, übernimmt die Leitung. Er führt das Familienerbe fort und gibt ihm den prägnanten, modernen Namen: „Die Porzellanwerkstatt“.

2011 – Kontorhausviertel. Im Juli 2011 muss das traditionsreiche Familienunternehmen seinen angestammten Firmensitz in den Großen Bleichen nach 46 Jahren wechseln – wegen Umbau des Hauses im Zuge des Auszugs des Ohnsorg-Theaters. Neue Adresse: Altstädter Straße 11.

Die Scherben der Tasse aus Jingdezhen mit Pferdekopf-Motiv auf dem Werktisch

Kapitel 4 · seit 2026

„Eine Tasse mit einem Pferdekopf ging auf der Heimreise zu Bruch – genau dieses und nur dieses Stück.“

2025 – Diese Scherben brachten Glück. Ich reiste nach China, in das Herz der Porzellangeschichte, nach Jingdezhen. Ich belegte Kurse im Töpfern und in der Porzellanmalerei und kaufte diverse Keramiken. Eine lag mir besonders am Herzen: eine Tasse mit einem Pferdekopf, von einer jungen Künstlerin. Ich brachte sie zur Porzellanwerkstatt, verliebte mich in den Laden, kam über die gesuchte Nachfolge ins Gespräch – und so beginnt nun mein Kapitel.

2026 – Ein Ort für Handwerk und Kunst. Die Reparatur und Restaurierung ist das Herz der Porzellanwerkstatt. Doch neben das Bewahren tritt nun auch das Kreieren: ein Ort für Kreative, an dem selbst Keramik gestaltet werden kann. Die Porzellanwerkstatt im historischen Kontorhausviertel war und ist ein Ort, an dem keramische Handwerkskunst aus allen Zeiten im Mittelpunkt steht.

Caroline Liebing · Inhaberin